Kopf & Kreide

Unser Weg zu Kopf & Kreide - aus einer Idee wurde ein Projekt.

Gemeinsam, strukturiert und mit viel Engagement!


Zu Beginn des Projekts lernten sich die 13 Projektmitglieder zunächst besser kennen und entwickelten eine gemeinsame Arbeitsstrategie als Grundlage für die Zusammenarbeit. Unterstützt durch die Projektdozentin eignete sich das Team grundlegende Methoden des Projektmanagements an und setzte diese unmittelbar in der praktischen Projektarbeit ein.

Im Rahmen eines Brainstormings wurden vielfältige Projektideen entwickelt und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen aus der Perspektive der Gesundheitsförderung diskutiert. Anschließend priorisierte das Projektteam diejenigen Themen, die sich innerhalb des vorgesehenen Projektzeitraums von zwei Semestern realisieren ließen.

Für eine fundierte Entscheidungsfindung wurden wissenschaftliche Literaturrecherchen durchgeführt und relevante rechtliche Rahmenbedingungen analysiert. Ergänzend orientierte sich das Projektteam an ausgewählten Good-Practice-Beispielen der Gesundheitsförderung. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden anschließend bewertet und hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzbarkeit in verschiedenen Projektszenarien gemeinsam diskutiert.

Rund zweieinhalb Monate nach Projektbeginn fiel die Entscheidung für das Projektthema „Psychische Belastungen von Lehrkräften an Grund- und Förderschulen in Sachsen-Anhalt“. Im Anschluss entstanden der Projektname „Kopf & Kreide“, das Projektlogo sowie ein einheitliches Corporate Design als Grundlage für die externe Kommunikation.

Mit der Themenfestlegung begann die aktive Projektphase. Hierfür bildete das Projektteam themenspezifische Arbeitsgruppen, die die einzelnen Projektbausteine eigenverantwortlich weiterentwickelten und die erforderlichen Erhebungsinstrumente konzipierten.

Zu den wichtigsten Meilensteinen des Projekts zählen die Durchführung von Experteninterviews mit Schulleitungen, die landesweite Onlinebefragung sowie die Kick-off-Veranstaltung am 05. Mai 2026. Diese Schritte bilden die Grundlage für die weitere Projektarbeit und die Entwicklung praxisnaher Handlungsempfehlungen zur Förderung der psychischen Gesundheit von Lehrkräften.


Eckdaten:

  • studentisches Projektteam der Hochschule Magdeburg-Stendal
  • Studiengang: BA Gesundheitsförderung und –management
  • Semester: 3 - 4 / Laufzeit: 2 Semester
  • Modul: Projektstudium
  • Dozentin: Katja Mann (LfbA)


  • Problemdarstellung

    Wir haben die aktuelle Ausgangslage zu  psychischen Belastung von Lehrkräften  recherchiert.


    Dafür haben wir wissenschaftliche Literatur, Studien, Berichte analysiert, um zentrale Belastungsfaktoren und Auswirkungen im Schulalltag zu erfassen.


    • Lehrkräfte arbeiten unter hohen & vielfältigen Anforderungen (Buchner et al., 2025, S. 135 ff.)
    • Psychische Belastungen im Schulalltag haben spürbar zugenommen (Adam et al., 2025, S.132 f.)
    • Psychische Gesundheit gilt als wichtige Voraussetzung für gute Bildungsarbeit (Buchner et al., 2025, S. 137)
    • Hohe Arbeitsbelastung und Zeitdruck bei großer Verantwortung  (Robert Bosch Stiftung, 2025, S.15 f.)
    • Emotionale Anforderungen im Umgang mit Schüler:innen, Eltern und schulischen Herausforderungen (Adam et al., 2025, S.135)
    • Personelle Engpässe erfordern Flexibilität und Mehrbelastung (Robert Bosch Stiftung, 2025, S.16)
    • Begrenzte Möglichkeiten für Erholung, Austausch und Rückzug (Adam et al., 2025, S.143)
    • Anhaltende Erschöpfung und steigende Stressbelastung (Adam et al., 2025, S.136 ff.)
    • Zunehmende Fehlzeiten durch psychische Belastungen (Buchner et al., 2025, S. 136 ff.)
    • Emotionale Erschöpfung trotz hoher Berufsidentifikation (Adam et al., 2025, S.137 ff.)
    • Belastungen wirken sich auf Lehrkräfte und Schulleitungen aus (FFA, 2025, S. 20 ff.)

    Daten/Fakten:

    https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/lehrermangel-bleibt-bundesweit-ein-problem/#:~:text=Die%20Bildungsministerkonferenz%20hatte%20ihre%20Prognose,um%20alle%20Stellen%20zu%20besetzen.


    https://www.springermedizin.de/arbeitsmedizin/belastungsfaktoren-und-deren-folgen-bei-lehrkraeften-eine-uebers/51795020


  • Einordnung psych. Belastungen

    Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen unterscheidet vier zentrale Einflussbereiche des Arbeitsalltags 


    1. Arbeitsaufgabe
    2. Arbeitsumgebung
    3. Arbeitsorganisation
    4. Psychosoziale Rahmenbedingungen

    zu 1. 

    • Zeitdruck
    • Abweichungen 
    • fehlende Infos 
    • geringer Entscheidungsspielraum

    Zu 2. 

    • nicht angepasster Arbeitsplatz
    • Umgebungseinflüsse

    Zu 3. 

    • Informationsmangel 
    • fehlende Unterstützung & Kommunikation

    Zu 4. 

    • Konflikte 
    • Vorgesetztenverhalten 
    • soziale Isolation
  • Theoretischer Hintergrund

    Psychische Belastungen sind Teil des Arbeitsschutzes 

    Die psychische Gefährdungsbeurteilung bildet das zentrale Instrument

    Im Fokus stehen Arbeitsbedingungen, Prävention und Gesunderhaltung von pFKs


    Definition:

    „Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen zielt darauf ab, Gefährdungsfaktoren am Arbeitsplatz, die einen Einfluss auf die psychische und physische Gesundheit der Beschäftigten haben, frühzeitig zu erkennen und diesen entgegenzuwirken, um gesundheitsrelevante Beeinträchtigungen und Unfälle zu vermeiden.“ (Deutsche Rentenversicherung, 2017, S. 8) 


    Ziele der psych. GB:

    • pFKs brauchen zugängliche, verständliche und praxisnahe Unterstützung.
    • Angebote müssen wertschätzend, individuell und alltagstauglich sein.
    • Ziel ist nicht Leistungssteigerung sondern langfristige Gesunderhaltung.
    • Psychische Gesundheit stärkt pFKs und die Qualität der Schule insgesamt.

    (Quelle: Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie, 2022)


    Gesetzliche Grundlagen

    Seit 2013 fordert das Arbeitsschutzgesetz §5, dass auch psychische Belastungen bei der Arbeit berücksichtigt werden Kerninstrument: die psychische Gefährdungsbeurteilung 

    • keine konkreten Vorgaben vorhanden
    • Arbeitsbedingungen kommen auf den Prüfstand – nicht einzelne Beschäftigte

    (Quelle: Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), § 5; GDA, 2022)




  • Projektziele "Kopf & Kreide"

    Die Projektziele wurden nach der SMART-Methode entwickelt. Mit diesem Instrument wurden die Ziele konkret, überprüfbar und umsetzbar formuliert.


    Spezifisch Messbar Attraktiv Realistisch Terminiert


    Dadurch wird deutlich, was im Projekt erreicht werden soll, woran der Erfolg erkennbar ist und in welchem Rahmen die Ziele umgesetzt werden können.

    • Psychische Belastungen frühzeitig erkennen
    • Gemeinsam praxisnahe Maßnahmen entwickeln 
    • Mentale Gesundheit von Lehrkräften nachhaltig stärken
    • Lehrkräfte langfristig entlasten und unterstützen

    Aus Erkenntnissen werden echte Verbesserungen.

    • anonyme Ergebnisse werden zentral ausgewertet
    • Belastungs-faktoren werden identifiziert und verständlich aufbereitet
    • aus Ergebnissen werden Maßnahmen-ideen entwickelt
    • die Website wird als Informations-plattform aufgebaut
    • Enthält: Tipps und Tools zur psychischen Gesundheit und Unterstützung der nachhaltigen Folgebeurteilung
  • Methodik

    Forschungsfrage


    1. Schritt: Variablen und Zusammenhang 

    Unabhängige Variable (UV) :

    Arbeitsbezogene Rahmenbedingungen 

    beinflusst

    Abhängige Variable :

    Psychische Belastung von Lehrkräften


    2. Schritt: Hauptforschungsfrage

    Inwiefern stehen arbeitsbezogene Rahmenbedingungen mit der psychischen Belastung von Lehrkräften an Grund- und Förderschulen in Zusammenhang? 


    3. Schritt: Vertiefungsfrage

    Welche Rolle spielt die psychische Gefährdungsbeurteilung bei der Identifikation und Bewältigung arbeitsbedingter psychischer Belastung im Schulkontext?


    Methoden:

    Die Methodik bildet die Grundlage für unsere systematische Untersuchung

    ⁠Wir haben eine Kombination aus quantitativen und qualitativen Methoden genutzt 


    1. Experteninterviews 

    • Einblicke in schulische Rahmenbedingungen gewinnen 
    • Herausforderungen aus der Sicht der Schulleitung verstehen

    2. Onlinebefragung

    • Erfassung der psychischen Belastungen der Lehrkräfte
    • standardisierter, modifizierter COPSOQ- Fragebogen 

    3. Zusammenführung der Ergebnisse

    • Verknüpfung qualitativer und quantitativer Erkenntnisse
    • Entwicklung von Handlungsempfehlungen 

    (weitere Informationen: Projektskizze)



  • Meilensteine

    Der Zeitstrahl verdeutlicht  den Projektverlauf sowie zentrale Arbeitsschritte und Entwicklungen von der Planung bis zur Umsetzung

    1. Dezember 2025 – März 2026 Entwicklung und Planung der Projektidee
    2. April 2026 Interviews mit Schulleitung 
    3. Mai 2026 Kick-Off-Veranstaltung
    4. Mai 2026 Befragung der Lehrkräfte 
    5. Juni 2026 Auswertung und Aufbereitung der Ergebnisse 
    6. Juli 2026 Entwicklung & Bereitstellung Handlungsempfehlungen
    7. Nachhaltigkeit & Wirkung

    Im Detail:

    1. Kontext festlegen- Analyse der Problemlage
    2. Belastungen ermitteln - Interviews, Fragebogen
    3. Belastungen beurteilen - Auswertung Ergebnisse
    4. Entwicklung von Maßnahmen - Website 
    5. Wirksamkeitskontrolle
    6. Fortschreiben & dokumentieren





  • Ergebnisse

    Ergebnisse der Experteninterviews


    Kategorie 1: Arbeitsbezogene Rahmenbedingungen

    • Verwaltung - Hoher Dokumentations- und Verwaltungsaufwand
    • Organisation -  Viele parallele Aufgaben und komplexe Organisation des Schulalltags
    • Elternarbeit - Zeitintensive Kommunikation und Konfliktmanagement

    Kategorie 2: Psychische Belastungen & Auswirkungen

    • herausforderndes Verhalten & Konflikte
    • verhaltensauffällige Kinder & Lern-schwierigkeiten
    • schwierige Elternarbeit 
    • Motivation der Schüler*innen 
    • hohes Verantwortungsgefühl

    Kategorie 3: Bedeutung der psychischen Gefährdungsbeurteilung

    • Hohe Bedeutung für den Schutz und die Gesundheit der Beschäftigten
    • Fokus auf den Umgang mit psychischen Belastungen im Arbeitsalltag
    • Fester Bestandteil des Arbeits- und Gesundheitsschutzes
    • Verantwortung der Schulleitung für Unterstützung und Wohlbefinden der Mitarbeitenden

    Kategorie 4: Umsetzung der psychischen Gefährdungsbeurteilung

    • Durchführung mithilfe von Fragebögen und Gesprächen mit den Beschäftigten
    • Unterstützung und Begleitung durch den Medical Airport Service (M.A.S.)
    • Teilweise Unsicherheit oder fehlende Erfahrung mit der psychischen Gefährdungsbeurteilung
    • Freiwillige Teilnahme der Mitarbeitenden an Befragungen und Gesprächen

    Kategorie 5: Hindernisse & Herausforderungen bei der Umsetzung

    • die psychische GB wird nicht ausreichend verbindlich in konkrete Unterstützungsmaßnahmen überführt
    • es fehlt Kontinuität, Nachbegleitung und konkrete Maßnahmenplanung nach der Befragung
    • mangelnde Kommunikation, unklarer Informationsstand, fehlendes Budget und zu wenig externe Betreuung vor Ort
    • teilweise werden Belastungen erkannt, die Umsetzung scheitert jedoch an Ressourcen, Zuständigkeiten oder fehlender struktureller Unterstützung

    Die größte Herausforderung liegt weniger im Erkennen psychischer Belastungen, sondern darin, aus den Ergebnissen der Gefährdungsbeurteilung verbindliche, begleitete und finanzierbare Maßnahmen zur Entlastung der Lehrkräfte abzuleiten.


    Kategorie 6: Unterstützungsbedarf & Unterstützungsangebote

    • Mehr praxisnahe und persönliche Betreuung vor Ort und Beratung an den Schulen anstatt Digital 
    • Regelmäßiger Fachlicher Austausch in Fallberatungen, um mehr Handlungssicherheit in belastenden Situationen zu haben 

    Der größte Unterstützungsbedarf besteht in einer praxisnahen, persönlichen Beratung in den Schulen sowie in einem regelmäßigen fachlichen Austausch der Lehrkräfte.


    Kategorie 7: Maßnahmen und Handlungsempfehlungen

    • neue Räumlichkeiten für zu große Klassen
    • Mehr schulinterne Fortbildungen für das Kollegium
    • Konkrete Ansprechpersonen zu spezifischen Fragen und Problemen
    • Förderung von Schulleiterdienst-beratungen zum Vernetzen und Austauschen

    Die Interviews zeigen, dass Schulen unterschiedliche Bedarfe haben. Daher müssen Handlungsempfehlungen und Maßnahmen an den jeweiligen Schulalltag angepasst werden.


    (Weitere Informationen finden Sie innerhalb der Projektskizze).

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  • Handlungsempfehlungen

    Systematische Rahmenbedingungen verbessern

    • Schulen sollten personell, räumlich und organisatorisch so ausgestattet werden, dass Belastungen nicht dauerhaft auf einzelne Lehrkräfte oder Schulleitungen verlagert werden. 
    • kleinere Klassen
    • Ausbau von Räumen und Rückzugsbereichen
    • bessere Unterrichtsversorgung und verlässliche Vertretungsmodelle
    • zusätzliche Verwaltungs- und Assistenzstellen zur Entlastung der Schulleitung verbindliche 
    • Ressourcen für Prävention, Beratung und Krisenintervention

    Psychische Gefährdungsbeurteilung etablieren

    • Die psychische Gefährdungsbeurteilung sollte nicht als einmaliger Fragebogen verstanden werden, sondern als verbindlicher Kreislauf aus Erhebung, Auswertung, Maßnahmenplanung, Umsetzung und Evaluation.

    Kontinuierliche externe Begleitung sichern

    • Externe Unterstützungsangebote sollten langfristig, niedrigschwellig und schulnah organisiert werden.

    Schulleitungen gezielt entlasten und stärken

    • Schulleitungen sollten nicht nur als Verantwortliche für Gesundheitsschutz gesehen werden, sondern selbst systematisch Unterstützung erhalten.
    • Fortbildungen Konfliktmanagement 
    • Verbindliche Beratungsangebote 
    • Regionale Netzwerke für kollegiale Beratung

    Konkrete schulische Entlastungsmaßnahmen umsetzen

    • Jede Schule sollte kleine, realistische Entlastungsmaßnahmen entwickeln, die direkt im Alltag spürbar sind.
    • Klare Vertretungsregeln bei Krankheit
    • Entlastung bei besonders schwierigen Klassen
    • Kurze Meldewege
    • Regelmäßige Stimmungsabfragen im Kollegium & Teamgespräche
    • Feste Ansprechperson für psychische Belastung